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Workshop in Eitorf: Nahwärme gemeinsam gestalten – Wirtschaftlich, partnerschaftlich, zukunftsfähig

Teil 1: Wirtschaftlichkeit & Finanzierung von erneuerbaren Wärmegemeinschaften 

Donnerstag, 22.01.2026 von 11 – 16 Uhr, Biologische Station, Robert-Rösgen-Platz 1, 53783 Eitorf 

Am 20.01. fand in Eitorf in der Biologischen Station der HEAT it! Präsenz-Workshop “Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen” statt. Unter den 15 Teilnehmenden waren zahlreiche regionale Energiewende-Akteure und Vertreter*innen aus der Kommunalverwaltung von Eitorf, darunter auch der Bürgermeister Rainer Viehof. Der Fokus lag auf den wirtschaftlichen Grundlagen, Betreibermodellen und auf der Finanzierung von Wärmenetzen. 

Markus Euring (Enerpipe) präsentierte einen Quick-Check mit Grundlagen und Kennzahlen zur Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen. Dabei wurde deutlich, dass es keinen Königsweg für Wärmenetze gibt. Ob Genossenschaft, Kommune, Stadtwerk oder Mischmodell – die Lösung muss zum Gebiet, zu den Akteuren und zur Wärmeliniendichte passen. Und wichtig: Starre Kennwerte (z. B. < 500 MWh/m·a) sollten nicht vorschnell zum Ausschluss führen, denn Wärmenetze sind auch bei geringer Wärmeliniendichte möglich. Mit angepasster Technik, kluger Planung und hoher Anschlussquote können auch „schwierige“ Gebiete wirtschaftlich sein.

 

 

Ein Betreibermodell regelt, wem Netz und Heizzentrale gehören, wer technisch und kaufmännisch betreibt, wer über Preise und Investitionen entscheidet und wer Risiken trägt – von Planung bis zum langfristigen Betrieb. Katharina Habersbrunner (BEEn / HEAT it!) präsentierte drei gängige Modelle: Genossenschaftliches Modell (Bürger in Eigentümerrolle), Contractor / privater Betreiber, Kooperationsmodell / Projektgesellschaft (z. B. GmbH & Co. KG mit Kommune und Genossenschaft), wobei in der Praxis die Wahl von lokalen Ressourcen, Kapital, Know-how und politischer Unterstützung abhängt. Beispiele wie Bundorf, Pfofeld oder Amerang verdeutlichen: Klare Rollenverteilung, kommunale Ankerabnehmer, professionelle Betriebsführung und frühe Bürgerbeteiligung sind zentrale Erfolgsfaktoren.

 

 

Mirco Sieg (E4C) stellte Finanzierungsmöglichkeiten vor. Aktuell ist der Investitionsbedarf für Wärmenetze enorm (über 100 Mrd. € bis 2045). Kommunen und Stadtwerke stoßen häufig an Eigenkapitalgrenzen, BEW-Fördermittel allein reichen nicht aus. Üblicherweise beruht eine Finanzierung auf einem Mix verschiedener Bausteine: Eigenkapital, Fördermittel (z. B. BEW, KWK, KfW 432), Bankkredite sowie Bürgerbeteiligung (Nachrangdarlehen, Genossenschaftsanteile, Crowdinvesting). Ein strukturierter Finanzierungs-Mix sollte außerdem mit frühzeitiger Risikoabsicherung, belastbaren Verträgen und starken Partnerschaften einhergehen. 

Am Ende war man sich weitgehend einig, dass Eitorf über gute Voraussetzungen für ein Wärmenetz verfügt, denn Eignungsgebiete sind vorhanden und die Kommune sowie auch die lokale BE Rhein-Sieg eG sind dazu positiv eingestellt. Die Teilnehmenden äußerten Interesse an einem weiteren Austausch und regionaler Vernetzung. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, einen HEAT it!-Followup-Workshop (online) zum Thema „Von der Idee zur Planung unter technischen Aspekten” durchzuführen – möglichst anhand eines konkreten Beispiels (z. B. Schulkomplex/Hallenbad in Eitorf). Für ein mögliches Eignungsgebiet in Eitorf wurde vorgeschlagen, einen wirtschaftlichen Quick-Check durchzuspielen und dabei zu klären, wie man konkret mit welchen Akteuren startet, welche Rolle die Bürgerenergie übernehmen könnte und welches Betreibermodell passen würde.