Der klimagerechte Umbau aller Wohngebäude in Deutschland bis 2050 erfordert nach einer Studie von Allianz Research Investitionen von ca. 1,4 Billionen Euro. Investitionen in dieser Größenordnung stellen eine enorme Herausforderung dar. Zugleich stellt sich die Frage, welche sozialen Auswirkungen die Kosten der Energie- und Wärmewende mit sich bringen.
Wohnen insgesamt bleibt teuer: Energiepreise, Netzentgelte und CO2‑Preis wurden in den letzten Jahren deutlich erhöht, die Mieten werden voraussichtlich weiter steigen. Wie im Gebäudemoderinisierungsgesetz (GMG) der Heizungstausch geregelt wird, steht zwar noch nicht fest – die geplante Grüngas-/Bioquote („Biotreppe“) ab 2028/2029 wird aber zu steigenden Heizkosten führen, da Biomethan in Beschaffung und Vertrieb deutlich teurer ist als fossiles Erdgas. Modernisierungskosten (z. B. energetische Sanierung, Heizungstausch) können auch künftig in bestimmtem Umfang auf Vermieter*innen umgelegt werden, was die finanziellen Belastungen für Vermieter*innen weiter erhöht.
Hausbesitzende sind ebenfalls von Preissteigerungen betroffen, insbesondere ältere Menschen, die in Eigenheimen wohnen, keine finanziellen Rücklagen für einen Heizungstausch und energetische Sanierungen haben und häufig als nicht kreditwürdig eingestuft werden. Bei vulnerablen Gruppen ist die Lage besonders dramatisch: Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird mehr als 200.000 Haushalten in Deutschland jedes Jahr der Strom abgestellt, weil sie mit mehr als 100 Euro in Zahlungsrückstand sind. Sozialverträgliche Konzepte und Lösungen sind also zwingend erforderlich, um die Energiewende weiter voranzubringen, ihre Akzeptanz zu fördern und um den sozialen Frieden zu sichern.
Vor diesem Hintergrund diskutieren wir folgende Fragen:
- Welche generellen Hebel und Handlungsspielräume haben Kommunen, um die Energiewende für ihre Bürger*innen sozialverträglicher zu gestalten?
- Wie können Kommunen Mieter*innen zum Energiesparen motivieren und (einkommensabhängig) bei den Strom- und Wärmekosten entlasten? (z. B. vergünstigte Tarife durch Stadtwerke, Quartierslösungen)
- Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für finanzschwache Eigenheimbesitzer*innen, z. B. Rentner*innen? (vgl. Zuschüsse für Dämmung, Heizungen, Contracting von Komponenten für die Wärmeversorgung, Sozialfond etc.) Was können Kommunen hierzu selbst anbieten, für welche Programme können sie als Vermittler fungieren?
Referentinnen
- Dr. Ines Verspohl, Policy Fellow am Zentrum neue Sozialpolitik & Direktorin des Sozial-Klimarats
- N.N., Fachdienst Nachhaltige Stadtentwicklung, Stadt Göttingen
Neben der fachlichen Diskussion wird es wie immer Zeit für Austausch und Vernetzung in Kleingruppen geben.
Moderation
- Dr. Peter Moser (KWW / Region-N)
- Dr. Edgar Bazing (Klima-Bündnis / Region-N)
Datum und Anmeldung folgen zeitnah.
