Die gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung erneuerbaren Stroms kann die regionale Wertschöpfung steigern, die Teilhabe an der Energiewende fördern und die Akzeptanz dafür erhöhen.
Am 13.11.2025 hat der Bundestag eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beschlossen. Durch § 42c EnWG erhalten Letztverbraucher ab 01.06.2026 innerhalb des Bilanzierungsgebiets eines Elektrizitätsverteilernetzbetreibers die Möglichkeit zum Energy Sharing. Ab 01.06.2028 ist Energy Sharing außerdem im unmittelbar angrenzenden Bilanzierungsgebiet eines direkt angrenzenden Verteilernetzbetreibers derselben Regelzone erlaubt. Damit wird ein zentraler Punkt der europäischen Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.
Letztverbraucher können natürliche Personen oder Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen („KMU“), Gemeinden und sonstige juristische Personen des öffentlichen Rechts sein. Die Belieferung erfolgt durch den Anlagenbetreiber unter Nutzung des öffentlichen Elektrizitätsverteilernetzes, der Hauptzweck muss nicht-gewerblich sein.
Vor diesem Hintergrund diskutieren wir in unserem Workshop folgende Fragen:
- Welche Chancen, aber auch welche (neuen) Herausforderungen ergeben sich für Bürger*innen, Bürgerenergie, Gewerbe und Kommunen aus §42 EnWG? (z. B. bzgl. Netzbetreiber, Anreize / Fördermöglichkeiten etc.)
- Was lässt sich aus bereits realisierten, ähnlichen Projekten lernen? Welche wirtschaftlichen Aspekte sollten berücksichtigt werden, z. B. im Hinblick auf Größe der Anlage, Speicher, Zähler, Eigentumsverhältnisse, Rolle des Netzbetreibers?
- In welchen Fällen rechnet sich Energy Sharing, in welchen eher nicht?
- In welchen Punkten sollte der Gesetzgeber nachschärfen, um Energy Sharing noch einfacher und attraktiver zu machen?
Referent*innen
- Lisa Strippchen, Senior Expertin für Stromerzeugung, Deutschen Energie-Energieagentur (Dena), EnShare-Projekt
Energy Sharing kommt! - Aber wie genau - Anna Leidreiter, Vorständin BürgerEnergie Nord eG
Mieterstrom - Kommunalstrom - Gewerbestrom
Moderation: Dr. Edgar Bazing, Klima-Bündnis und Dr. Peter Moser, KWW
